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Geschichte

Seit dem Bestehen christlicher Gemeinden existiert auch die Diakonie. In der Urchristenheit wurde sie sichtbar in Armenspeisung, Krankenpflege oder dem Besuch von Gefangenen nach kriegerischen Auseinandersetzungen. Gottesdienst und Diakonie bildeten eine Einheit. Die Armenspeisung erfolgte im Gottesdienst. Mit der Zeit entwickelte sich auch die organisierte Diakonie, sichtbar im Mittelalter durch Orden oder Stiftungen. Dieses Nebeneinander bestand Jahrhunderte lang.

Erst in der neueren Zeit, insbesondere in den sozialen Umbrüchen im 18. und 19. Jahrhundert, veränderte sich die Diakonie stark. Die Industrialisierung verstärkte die Landflucht. Eine Verstädterung setzte ein und damit auch die Abwendung von alten Lebensformen der landwirtschaftlichen und handwerklichen Familienbetriebe. Staat, Kirche und Familie erfuhren eine Neubestimmung. Einhergehend damit entstanden neue Formen von Not wie Entwurzelung, Alkoholismus oder Kriminalität. Die alten kirchengemeindlichen Strukturen konnten dies nicht mehr bewältigen. Es entstand eine neue Form von Diakonie.

Am 10.06.1960 beschloss die Kirchensynode in Hessen ein neues Diakoniegesetz und die Gründungsversammlung des Diakonischen Werkes fand statt.
Das Diakonische Werk wurde aus Innerer Mission und Evangelischem Hilfswerk mit einer gemeinsamen neuen Satzung gegründet. Die Diakonie in Hessen Nassau gliederte sich danach in folgende Struktur: Die drei Landesvereine der Inneren Mission (Hessen, Nassau und Frankfurt) bestanden weiter als größere Träger für Heime und Einrichtungen. Die offene Diakonie in Form der Dekanatsstellen (allgemeine Lebensberatung, Suchtberatung, Beratung für Ausländer, für Strafentlassene usw.) wird aus dem Hilfswerk herausgenommen und dem Diakonischen Werk direkt angegliedert.
Die Leitung des Diakonischen Werkes Hessen Nassau (DWHN) hat ihren Sitz in Frankfurt/M. Es gibt 19 Dekanatsstellen, die ab dem 01.01.1999 in Regionale Diakonische Werke mit selbständiger Betriebsführung umbenannt wurden. Bis Juli 1977 verwaltete das Diakonische Werk auch die Einrichtungen des Hilfswerks mit. Danach bekamen diese eine eigene Rechtsform als Gesellschaft für diakonische Einrichtungen in Hessen und Nassau mbH und wurden als freier Träger Mitglied des DWHN.
Das DWHN ist Dachverband, Mitgliederverband, Fachverband und auch Träger sozialer Arbeit. Es hat zur Zeit 240 Mitglieder. Insgesamt sind 17.000 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Mitgliedseinrichtungen beschäftigt.

Um eine effizientere Struktur zu schaffen, wurden im Jahr 1994 die Dekanatsstelle Dieburg, das Wohn- und Übernachtungsheim und die Dekanatsstelle in Darmstadt zum heutigen Diakonischen Werk Darmstadt-Dieburg zusammengelegt.